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14. Oktober 2011
Tragische Größe: Véronique Gens mit ihrem dritten "Tragédiennes"-Album

Die großen Frauengestalten der französischen Oper haben es ihr so sehr angetan, dass sie daraus gleich eine ganze Serie gemacht hat - und damit für großartige Entdeckungen sorgt. Die französische Sopranistin Véronique Gens hat allein durch ihre Tragédiennes-Alben, von denen jetzt das dritte erscheint, Publikum und Kritik aufhorchen lassen — zeigt sie doch darin scheinbar mühelos und in großer stilistischer Bandbreite eine Art Operngeschichte aus Frauensicht.
Das Repertoire begann in Vol. 1 im Barock, setzte sich über die Klassik fort und reicht nun bis in die große Opernepoche des 19. Jahrhunderts - mit Komponisten wie Gluck, Gossec und Méhul, die für die französische Opernklassik stehen, aber auch mit Massenet, Meyerbeer, Saint-Saëns, Berlioz und Verdi, der seinen Don Carlos bekanntlich in einer eigens für Paris gedachten französischen Fassung komponierte. Man lernt mit dieser CD eine ganz neue Seite der gefeierten »gallischen Diva« Véronique Gens kennen: Einige der Arien sind eher für die tiefere weibliche Stimmlage gedacht — eine gute Gelegenheit für die Sopranistin, ihre stimmliche Bandbreite zur Geltung zu bringen. Véronique Gens begibt sich damit übrigens auf die Spuren von Kolleginnen früherer Zeiten, die ebenfalls für ihren großen Stimmumfang berühmt waren — so etwa Marie-Thérèse Maillard, Cornélie Falcon, Rosina Stoltz und Pauline Viardot. Wie in den beiden ersten Tragédiennes-Folgen singt Véronique Gens an der Seite des Originalklang-Spezialisten Christophe Rousset und dem in authentischer Praxis musizierenden Ensemble Les Talens Lyriques.
