15. Oktober 2012

Stille Trauer in edler Größe: "Classics for Farewells" mit berühmter Trauermusik

Was den Klassik-Hörer am meisten ergreift, steht für große, letzte Dinge - für den Tod. Man könnte fast glauben, die berühmten Komponisten hätten eine Sehnsucht nach dem allerletzten Abschied im Leben verspürt, so sehr sind ihre Werke von diesem Thema durchdrungen.

Für viele ist dieser Ausdrucksbereich sogar das, was klassische Musik am ehesten ausmacht – die Verbindung zum Überzeitlichen, Ewigen, und das in ergreifenden Emotionen. Die Zusammenstellung Classics for Farewells vereint die berühmtesten Trauerwerke der Klassik, Romantik und Moderne.

Natürlich sind da in erster Linie die großen Totenmessen: aufwühlend, schmerzensreich und dramatisch bei Verdi, Mozart und Cherubini – tröstend, verklärend und in milden Farben dagegen das Requiem von Fauré. Oder die Trauermärsche: Der berühmteste stammt von Frédéric Chopin und ist für Klavier komponiert. Ludwig van Beethoven machte einen solchen "Kondukt" zum hypnotischen Mittelpunkt seiner siebten Sinfonie. Deutlich von erhabener Schönheit und klingenden Jenseits-Visionen sind auch die Ave-Maria-Vertonungen geprägt – von Schubert, Gounod und Caccini. Sakralen Geist atmen auch Barbers Adagio und das legendäre, einst vom Vatikan unter Verschluss gehaltene Miserere von Allegri. Langsame Konzertsätze wie die aus Mozarts Klavierkonzert Nr. 23 oder seinem Klarinettenkonzert nähern sich der sanften, menschlichen Melancholie; Purcells Trauermusik für die englische Königin Queen Mary mischt persönliche Trauer über die zu ihrer Zeit beliebte Monarchin mit persönlicher Klage.