23. August 2012

Bizets Erfolgsoper als originale Opéra comique: Rattles "Carmen"

Ihre zehnjährige Zusammenarbeit markieren Simon Rattle und »seine« Berliner mit musikalisch wie künstlerisch spektakulären Premieren: Der im Mai veröffentlichten Aufnahme der viersätzigen Bruckner 9 folgt nun im August die allererste gemeinsame Opern-Studioproduktion.
Und zwar Bizets Carmen in der originalen Dialogfassung mit Magdalena Kožená und  Jonas Kaufmann. Szenische wie konzertante Aufführungen in Salzburg und Berlin waren dem Gang ins Studio vorausgegangen.

Rattle („Ich bin eine Carmen-Jungfrau!“) folgt ganz bewusst der originalen französischen Opéra comique-Tradition, weg von der Grand Opéra der letzten Jahrzehnte - so auch Magdalena Koženás Carmen: „Stimmlich verfügt sie über ein Timbre, das gerade an jenen Stellen überzeugt, in denen Biegsamkeit und Flexibilität gefordert sind“, meint Opernglas, und über Jonas Kaufmann heißt es in der Berliner Morgenpost: „Über eine Tenorstimme wie die seine hätte jeder Don José gerne verfügt." In die Herzen von Publikum und Kritik sang sich auch die Österreicherin Genia Kühmeier als Micaëla: „Was für eine Stimme, was für ein (…) die Philharmonie flutendes Soprantimbre!“ (Tagesspiegel): Und die Ber-liner Philharmoniker wissen Rattles fast kammermusikalisches Carmen-Konzept perfekt umzusetzen: „Die Klangtransparenz des satten Orchesterklanges ist immer wieder phänomenal ausbalanciert. Etwa (…) in den fein ziselierten, fast schon impressionistischen Klangfarben, die den sich sanft in die Lüfte kräuselnden Rauch des Chores der Zigaret-tenarbeiterinnen begleiten" (klassik.com).