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02. August 2009

Er liebt Brahms, und Brahms liebt ihn: Rattle & die Berliner mit den Sinfonien

So vielfältig die Diskografie des Dirigenten Simon Rattle auch ist, so selten sind manche Komponisten darin vertreten. Wie zum Beispiel Johannes Brahms. Sein Deutsches Requiem hat Rattle mit den Berliner Philharmonikern und dem Rundfunkchor Berlin 2006 vorgelegt. Die Einspielung erhielt höchstes Kritiker-Lob und gewann renommierteste Preise: einen Grammy sowie einen Gramophone Award. Spätestens damals erwartete die Welt, was nun Realität wird: Rattle legt alle vier Brahms-Sinfonien vor.
Die Doppel-CD-Box erscheint am 14. August - hier können Sie schon mal reinhören:Minisite RATTLE-BRAHMS
Brahms und die Berliner: Jeder Dirigent, der das zusammenbringt, knüpft an Traditionen an, die weit in die Geschichte reichen. Immerhin hat der Komponist 1884 kurz nach der Wiener Premiere seine Dritte zusammen mit den Berlinern aufgeführt. Rattles Vorgänger Wilhelm Furtwängler und Herbert von Karajan formten in Berlin den stufenlos wandelbaren Klang, der dieses Orchester zum besten Brahms-Interpreten der Welt machte. Wie fast alle Berliner Produktionen, spielte Rattle die Sinfonien live ein. Schon die Konzerte ließen die internationale Kritik aufhorchen: So lobte Die Welt die Interpretation der Vierten als »ekstatische Apotheose dessen, was heutiges Orchesterspiel, Reaktionsschnelle, knapp skizzierte Kommentare einem längst klassischen Werk abgewinnen können.« Neue Ansätze vermittelt Rattle ebenfalls — wie auch im Fall seiner seltenen Bruckner-Aufnahmen: So gestaltete er die dritte Sinfonie »als modern zugespitzt in ihren kurzen Strukturen.« Simon Rattle beweist hier einmal mehr, wie überzeugend er die Traditionen des Spitzenorchesters mit dem Weg ins 21. Jahrhundert zu verbinden weiß: »Rattle verbindet Furtwänglers Dimensionen mit Karajans schönem Ton.« (Die Zeit)