20. Oktober 2011

Celibidaches Vermächtnis: Die Aufnahmen aus München zum 100. Geburtstag 2012

Als der Dirigent Sergiu Celebidache im August 1996 verstarb, verlor die Welt nicht nur einen der größten Musiker des 20. Jahrhunderts, sondern auch einen der eigenwilligsten. »Celi«, wie ihn Freunde und Fans noch immer liebevoll nennen, boykottierte die Schallplatte. Musik war für ihn ein unwiederholbares Erlebnis, an dessen Einmaligkeit Musiker und Zuhörer im Konzertsaal gleichermaßen teilhaben. Den Großteil von Celibidaches raren Aufnahmen verdanken wir Live-Mitschnitten, die erst 1997 nach dem Tode des Maestro veröffentlicht wurden und nun anlässlich seines 100. Geburtstags (11. 7. 2012) eine Neuauflage erleben.
Es sind die großartigen Dokumente von Celibidaches Zusammenarbeit mit den Münchner Philharmonikern, die hier versammelt sind - und die bis 1997 unter Verschluss blieben. Ab 1979 bis zu seinem Tod 1996 entwickelte der Dirigent als Chef der Münchner Philharmoniker seinen eigenwilligen, von philosophischer Tiefe und einer besonderen Klang- und Tempo-Empfindung geprägten Spätstil. Und das in einer besonders weiträumigen Repertoirepalette: Neben Sinfonik von Haydn, Beethoven, Brahms und Schubert sind sieben Sinfonien von Bruckner enthalten — des Komponisten, dessen Existenz Celibidache als »größtes Geschenk Gottes« bezeichnete. Von der Architektonik dieser Musik spannt sich der Bogen über Sakralmusik von Mozart, Verdi und Fauré bis zu Bachs Messe h-moll, zur großen russischen Romantik und Moderne sowie zur französischen Musik. Ein Höhepunkt ist auch der Mitschnitt einer Probensequenz zu Bartóks Konzert für Orchester.