28. September 2012

Renaud Capuçon mit den Konzerten von Brahms und Berg

Doppel-Premiere mit den Wiener Philharmonikern: Nach seiner Aufnahme der Violinkonzerte von Beethoven und Korngold überrascht der französische Geiger Renaud Capuçon erneut mit einer Repertoire-Kopplung abseits des Gängigen.

Mit den Konzerten von Johannes Brahms und Alban Berg feiern Solist wie Orchester zudem eine Premiere: Die Studio-Einspielung dokumentiert Renaud Capuçons Wiener Philharmoniker-Debüt und ist - kaum zu glauben - die allererste Einspielung des Berg-Konzerts mit dem Wiener Elite-Orchester.

„Ein Traum wurde wahr“, sagt Capuçon. „Und ich habe sehr lange den Traum geträumt, mit diesem Orchester zu spielen.“ Das Joseph Joachim gewidmete Violinkonzert von Johannes Brahms gehört zu den Werken, die den französischen Geiger seit seiner Kindheit begleiten und so die Einspielung zu einer Herzensangelegenheit machte. Die Verbindungen zwischen Brahms' Konzert von 1878 und Bergs fast sechzig Jahre jüngerer Zwölftonkomposition sind größer, als so mancher denken mag: Beide Konzerte entstanden während der Sommerfrische am österreichischen Wörthersee, 1878 bzw. 1935. Beide Komponisten stützen sich auf die formale Kraft musikalischer Motive und bauen auf Rückbezüge alter Techniken – bei Berg besonders deutlich durch das Einweben eines Bach-Chorals in das atonale Tongeflecht. Alban Berg, in dieser Hinsicht fast noch Romantiker, baut auf unmittelbare emotionale Kräfte. Sein Konzert mit dem Untertitel Dem Andenken eines Engels ist der früh verstorbenen Gropius-Tochter Manon gewidmet und wurde 1936 als Auftragskomposition des amerikanischen Geigers Louis Krasner in Barcelona zur Uraufführung gebracht.