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05. September 2008
Bartók-Mania - Best of Bartók mit Rattle
Überblickt man Simon Rattles Diskografie, dann zeigt sich eine Konzentration auf die Stilepoche, die man »Frühmoderne« nennt. Rattle hat sich in diesem Repertoirebereich geradezu ausgetobt, ist auf Entdeckungsreise gegangen und hat Aufnahmen vorgelegt, die zu den besten gehören, die es auf diesem Gebiet gibt. Anfang der 90er Jahre gab es eine regelrechte »Bartók-Mania« in Rattles Einspielungsplan, jetzt zusammengestellt in einer vier CDs umfassenden Box.
Alle Schaffensphasen des ungarischen Komponisten sind vertreten, alle wichtigen Orchesterwerke und Konzerte sowie die beiden großen Bühnen-kompositionen Der wunderbare Mandarin und Herzog Blaubarts Burg (in Auszügen), die die großen Marksteine am Beginn von Bartóks Schaffen darstellen. Bartók gilt ja als der Komponist, der mit der verfälschenden Sicht der ungarischen Musik als »Zigeunermusik« Schluss machte, die ursprünglichen Rhythmen und Tonsysteme der Völker in und um das osteuropäische Land erforschte und sie wie eine Frischzellenkur der modernen Klassik einverleibte. Auf diese Weise schuf er 1918 mit Herzogs Blaubarts Burg die ungarische Nationaloper schlechthin, und er modernisierte auch die großen Instrumentalgattungen wie das Klavier- und Violinkonzert, in den Rattle-Aufnahmen gespielt von Peter Donohoe und Kyung-Wha Chung. Auch radikalere Werke wie die Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug — auch in Bartóks Orchesterfassung vertreten - (mit den Labèque-Schwestern) fehlen nicht, auch nicht das Konzert für Orchester — Bartóks großes Spätwerk, das in der amerikanischen Emigration entstand.