27. Mai 2009

Perfektes Klavier-Universum: Piotr Anderszewski live in der Carnegie Hall 2008

»Künstlern wie Anderszewski gelingt es, ein geschlossenes künstlerisches Universum zu erschaffen. In ihren Aufführungen herrscht das Gefühl von Notwendigkeit, die Gewissheit, dass sie auf die Essenz der Absichten des Komponisten gestoßen sind.« Ein größeres Kompliment kann man einem Musiker kaum machen. Der Kritiker der Chicago Sun Times fasste mit diesen Worten den Eindruck eines Klavier-Recitals zusammen, das der polnische Pianist Piotr Anderszewski im vergangenen Jahr in der legendären New Yorker Carnegie Hall gab. Jetzt erscheint der Live-Mitschnitt dieses Konzerts, und das Ergebnis ist ein Karriere-Meilenstein — ein Dokument von Weltrang.
Seit Piotr Anderszewski vor Jahren sein CD-Debüt mit Beethovens Diabelli-Variationen gab, reißen die Lobeshymnen der Kritik nicht ab - zumal der Pianist bald in vielen Repertoire-Sparten Großes leistete: Zu Beethoven gesellten sich Mozart, Bach, Chopin, Webern und Szymanowski. Im Carnegie Hall-Recital spannte Anderszewski den Bogen ebenfalls weit — und gewann in allen Kategorien: »Delikate Kontrapunkte mit einem Hauch von Drama«, konstatierte die New York Times in der Bach-Darbietung, »lichte harmonische Schleier mit einer Debussy-Reminiszenz« in Janáèeks Im Nebel. Neben Schumanns Faschingsschwank war es vor allem Beethovens gewaltige Sonate op.110, die als Höhepunkt des Abends galt: »Eine wagemutige, weiträumige Darstellung, eine genaue Balance zwischen Emotion und Intellekt.«