09. April 2010

Motetten an die »Schmerzensreiche«: Jaroussky mit italienischen Marienmotetten

Hinreißende Virtuosität, eingebettet in ein immenses Gespür für die Feinheiten der Alten Musik: Die internationale Kritik bescheinigte dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky die Fähigkeit, die verloren gegangene Kunst der Kastraten so überzeugend darzubieten, dass sich selbst Experten vorstellen können: So muss es geklungen haben! Von Via crucis mit Christina Pluhar bis zur Wiederentdeckung des Bach-Sohnes Johann Christian: Jaroussky hat für viele Perlen des »alten«, barocken Repertoires gesorgt. Mit seinem Ensemble Artaserse beschäftigt er sich — passend zur Passionszeit — erneut mit Sakralmusik dieser Epoche.
Es ist eine ganze Fülle italienischer oder in Italien zu Ehren gekommener frühbarocker Komponisten, die Philippe Jaroussky auf der CD Stabat mater zusammenbringt. Sie alle eint ein ganz besonderes, im katholischen Glauben und damit auch in der Kirchenmusik tief verankertes Thema: Die Marienverehrung. Ob Himmelskönigin (Maria Coeli), ob Muttergottes (Maria Dei genitrix) oder als »Himmelsstern« (Ave Maris Stella) verehrt: Die Anbetung Marias erlebte in der Barockzeit eine Wiederauferstehung. Viele der Komponisten auf dieser CD sind zu Unrecht vergessen, andere (wie Girolamo Frescobaldi oder Francesco Cavalli) Kennern der Alten Musik längst ein Begriff. Insgesamt bildet die Aufnahme ein großes musikalisches Landschaftsbild der virtuosen italienischen Kirchenmusik um 1700. — Das Jaroussky-Album Beata Vergine von 2006 (CD 3447112) wird hier in neuem Artwork wiederveröffentlicht.