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15. April 2011
Kammermusik-Entdeckungen:Schumanns Klaviertrios mit Andsnes und den Tetzlaffs

Der Zauber und die Feinheiten des romantischen Repertoires liegen allen drei Virtuosen im Blut: dem Pianisten Leif Ove Andsnes, der als Solopianist, als Konzervirtuose, als Liedpartner und als Kammermusiker mit seinen Interpretationen weltweite Anerkennung gefunden hat - und den Geschwistern Christian und Tanja Tetzlaff, deren Ruf etwa mit dem Doppelkonzert von Brahms bis nach Amerika reicht. Sie haben sich zusammengefunden, um Schumanns Klaviertrios einzuspielen - ein Oeuvre, das interessante Überraschungen bereithält.
Mit den drei Künstlern hat ein herausragendes Ensemble zusammengefunden, das sich nun dem Kern romantischer Kammermusik widmet. Schumann, lange unsicher, ob er Dichter oder Musiker werden sollte, verband die Genres in seiner Musik, orientierte sich an literarischen Vorbildern und sah sich selbst beim Komponieren gerne als Poet. Neben den drei klassisch gezählten Klaviertrios schrieb er die alle vorgegebenen Formen sprengenden Fantasiestücke für Violine, Cello und Klavier — eine kammermusikalische Folge von Charakterstücken mit Romanze, Humoreske, Duett und Marsch. Leif Ove Andsnes und die Tetzlaff-Geschwister runden das Programm mit einer Rarität ab: Schumanns Beschäftigung mit kontrapunktischer Technik führte zu seinen Studien für Pedalflügel op. 56, die der Schumann-Bewunderer und —Zeitgenosse Theodor Kirchner in seinen Sechs Stücken in kanonischer Form für Klaviertrio arrangierte.
