26. März 2009

Licht und Schatten der Klavier-Moderne: Andsnes' Album Shadows of Silence

Egal, mit welcher Stilrichtung, egal mit welchem Komponisten sich der norwegische Pianist Leif Ove Andsnes beschäftigt: Seine Interpretationen glänzen in großer musikalischer Schlüssigkeit, sind Dokumente eines Künstlers, der wirklich etwas zu sagen hat und sich nicht hinter großen Namen oder vordergründiger Virtuosität verschanzt – ob Schumann oder Chopin, Haydn oder Rachmaninoff, Schubert oder Janácek, Grieg oder Mozart. Mit seinem neuen Album Shadows of Silence schlägt der norwegische Künstler nun ein Kapitel der Moderne auf.Minisite "Shadows of Silence"
Zwei Werke bilden das klassisch-moderne Zentrum der Veröffentlichung: Das 1987 entstandene Klavierkonzert des Polen Witołd Lutoslawski (1913-1994) und einige Teile aus dem Zyklus Játékok (Spiele) des 1926 geborenen rumänisch-ungarischen Komponisten György Kurtág. Spiele gilt als Kurtágs pianistisches Hauptwerk. Der 1973 begonnene Zyklus gilt als moderne Antwort auf Bartóks berühmten Mikrokosmos mit großen Erweiterungen des Klavierspiels und kompositorischer Techniken. Den Rahmen der CD bilden Werke jüngerer Komponisten, mit denen Andsnes eng zusammenarbeitet: Ein Stück des 1958 geborenen Dänen Bent Sørensen gab dem Album seinen Titel. Der Franzose Marc-André Dalbavie (geb. 1961) studierte unter anderem bei Pierre Boulez. Über sein 2005 entstandenes Klavierkonzert schreibt Andsnes: „Es ist ein wirkliches Konzert, das Klavier ist nicht wie bei vielen modernen Werken dieser Art Teil des Orchesters - und es beinhaltet viel Virtuosität und großes Verständnis für die Möglichkeiten des Soloinstruments".