- Offizielle Website:
emmanuelpahud.net/
07. April 2010
Virtuose Flöte statt geläufiger Gurgel: Fantasy - A Night at the Opera

Der Flötist Emmanuel Pahud ist nicht nur ein begnadeter Virtuose, sondern auch ein Entdecker: Neben großem Repertoire für sein Instrument gewinnt er immer wieder Komponisten für die Flöte, die man in diesem Fach nicht vermutet hätte: So zum Beispiel Johannes Brahms, dessen Klarinettensonaten in der Bearbeitung in ganz neuem Licht erstrahlen. Jetzt zeigt sich der Virtuose wiederum in überraschendem Gewand — nämlich als Opernstar! Emmanuel Pahuds neues Album Fantasy — A Night at the Opera ist der großen Tradition der Operntranskription gewidmet.
Verdi, Weber, Bizet, Tschaikowsky, Mozart, Gluck: Als man zu Zeiten dieser Komponisten Opernmelodien zu Hause hören wollte, konnte man noch nicht zum CD-Player greifen: Man musizierte daher Transkriptionen. Bald wurden solch kunstfertige Bearbeitungen großes Kon-zertrepertoire, heute fast vergessene Schätze, die Pahud nun wieder ausgräbt — übrigens an der Seite des jungen kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin, der sich bereits weltweit im Opernfach einen Namen gemacht hat und für EMI Classics eine hochgelobte Ravel-Einspielung vorlegte. Die brillanten Werke, die Pahud hier vorstellt, entstanden fast alle im 19. Jahrhundert. Ihre Verfasser Franz und Karl Doppler, Emanuele Krakamp oder Claude Paul Taffanel sind heute nur noch Experten der Flötengeschichte ein Begriff — zu Unrecht!. Eine wahre Repertoireperle ist auch die Fantasie über Lenskis Arie aus Tschaikowskys Eugen Onegin — vom Konzertmeister der Berliner Philharmoni-ker Guy Braunstein für Violine und Orchester geschrieben und für Pahud als Flötenstück arrangiert.
