16. Januar 2012

Mozart-Schätze eines Tastenphilosophen: Die Klavierkonzerte mit C. Zacharias

Endlich widmet sich die Reihe COLLECTOR'S EDITION einem der ganz großen Mozart-Projekte der 80er und 90er Jahre — eingespielt von dem Pianisten Christian Zacharias, der nach wie vor als einer der Ausnahmekünstler der klassischen Musik gilt.
Mozart sei für Kinder zu leicht und für Erwachsene zu schwer: Dieses Bonmot stammt von der Pianistenlegende Artur Schnabel, und es umreißt, warum es so wenige Pianisten gibt, die bei Mozart die haarfeine Balance zwischen technischer Herausforderung, geistiger Tiefe und Sinn für dramatische Spannung einhalten. Christian Zacharias gehört dazu. Nach seinen frühen Erfolgen hätte sich der 1955 geborene Künstler wie viele seiner Kollegen auf die Schlachtrösser des Konzert-Repertoires stürzen, mit der Hochvirtuosität eines Liszt, Rachmaninoff oder Chopin glänzen können. Doch ihm ging es immer um Tiefe statt Breite, um Konzentration statt Masse. Er, den die Presse noch heute als 'Philosoph am Klavier' apostrophiert, ließ in seiner großen Deutung der Mozart-Konzerte die reichen Themen des Salzburger Klassikers wie Opernfiguren agieren, sorgte für raffinierte Querbezüge zwischen den einzelnen Werken und nahm sich auch gewisse Freiheiten der Anspielung heraus. Nach wie vor gilt diese Edition als ein Meilenstein der Mozart-Diskografie schlechthin.