28. September 2012

Welcome to the Cabaret! Alexandre Tharaud & Friends swingen im Paris der 20er

»Diese CD unterscheidet sich von allem, was ich bisher aufgenommen habe.« So beschreibt Alexandre Tharaud mit eigenen Worten seinen Ausflug in die Seine-Metropole der wilden 20er Jahre.

Der Franzose unternimmt die Zeitreise auf seinem neuen AlbumSwinging Paris mit einer Fülle von Musikerfreunden – darunter die Sopranistin Natalie Dessay, der Pianist Franck Braley und Größen der Pariser Chanson-Szene.

Le Bœuf sur le toit (Der Ochse auf dem Dach) hieß ein legendäres Cabaret in Paris, das 1921 eröffnete und schnell zum Schmelztiegel des kulturellen Lebens avancierte. Hier traf sich die Pariser Szene: Georges Simenon, Coco Chanel oder Jean Cocteau, der  neben Größen wie Darius Milhaud und Maurice Ravel höchstselbst mit den kongenialen Pianisten Jean Wiener und Clément Doucet swingte, deren Namen heute zu Unrecht fast vergessen sind. Den Programmen dieses Cabarets spürt Tharaud mit seiner neuen CD nach. Er interpretiert nicht nur dessen Stammgäste, sondern auch amerikanische Komponisten wie Cole Porter und George Gershwin, welche die europäische Jazz-Szene inspirierten. Foxtrotts statt Fugen, Blues statt Balladen: Tharaud bereitet der Ausflug in den swingenden Jazz ebenso hörbar Freude wie dem „Gershwin-verrückten“ Pianisten Frank Braley oder Natalie Dessay, Bénabar oder Madeleine Peyroux, deren Gastauftritte auf dem Album zu überzeugen wissen. Viele Stücke basieren augenzwinkernd auf klassischen Themen – etwa Chopinata und Isoldina (nach Chopin- bzw. Wagner-Motiven). Tharaud ist sich sicher: „Französische Musik würde nicht dieselbe sein ohne Le Bœuf sur le toit“.